Es ist vollbracht! Die Craft-Bike-Transalp ist vorbei und wir dürfen uns zu den Finishern zählen! Nach 35:22,43 Stunden Fahrtzeit sind wir auf Platz 70 der Herrenwertung ins Ziel gerollt! Für uns beide ist dies ein tolles Ergebnis mit dem wir genau die Mitte unserer persönlichen Platzierungsvorstellung getroffen haben!
Als wir uns letztes Jahr im Oktober für die Transalp angemeldet hatten und am Abend auf die erfolgreiche Anmeldung ein schön gekühltes Weizenbier getrunken hatten wusste vor allem Andreas noch nicht auf was er sich da einlässt. Da es für ihn bis dahin fast nur ausschließlich bei Straßenrennen zur Sache ging. Außerdem lag seine Spezialität in Rennen mit wenig Steigungen und Bergen, da er sich zu den eher Sprintstarken und nicht zu den Kletterstarken Fahrern zählen kann!
Andre, der seine dritte Transalp nach 2004 und 2008 fuhr, wusste damals genau was ihm in den acht Tagen während des härtesten Mountainbike Etappenrennen der Welt blühen wird und hat deswegen seinen Partner während der gemeinsamen Trainingsausfahrten sehr gut darauf vorbereitet und immer wieder Tipps gegeben sowie Fahrtechniktricks gezeigt um das Training richtig und perfekt zu gestalten!
Natürlich gab es für uns beide noch ein Leben neben dem Radsport zu managen – ganz im Gegensatz zu den Topplatzierten Spitzenleuten welche die Transalp bestreiten!
So musste Andre neben dem Trainingsalltag noch für seine Familie sorgen und zusehen, dass Radladen läuft und er die Kunden zufrieden stellt! Andreas hingegen hat die Zeit, die er nicht im Sattel saß, mit dem Studieren von Schulbüchern und Lektüren verbracht. Da beide also neben dem Radfahren noch genügend andere Dinge um die Ohren hatten, stand von Anfang an fest, dass das Radfahren nicht das wichtigste ist und sie deswegen ihre Ziele realistisch nicht zu hoch stecken!
Startschuss in Füssen – begleitet von ein par Fans, die uns kräftig anfeuerten startete das Team Bonsai-Bikes die Transalp 2010 in Füssen und fuhren gleich zum Auftakt eine geniale Platzierung heraus. Platz 54 hieß es im Ziel in Imst für uns und das obwohl wir am Ende noch eine große Gruppe ziehen lassen mussten, da Andreas völlig überraschend von Krämpfen im Oberschenkel geplagt wurde!
Auf den folgenden beiden Etappen, (Imst – Ischgl; Ischgl – Scoul) ließen es Andreas und Andre dann etwas ruhiger angehen, da der Oberschenkel von Andreas immer noch nicht ganz fit war. Außerdem hatten beide großen Respekt vor den vielen Höhenmetern, die auf diesen Tagesabschnitten zu bewältigen waren. Dennoch reichte es im Tagesklassment für die Plätze 89 und 88.
Die viele MTB-Erfahrung von Andre war stets von Vorteil, da er nahezu auf allen Etappen die Ideallinie auf den zahlreichen Singletrails vorgab und noch dazu genau wusste wo und wie man sich seine Kräfte einteilen muss. Desweiteren war seine Überlegenheit gegenüber seinem Teampartner am Berg sehr von Vorteil, da er somit stets zu den Verpflegungen vorfahren konnte um für beide die Trinkflaschen zu füllen und auch den ein oder anderen Happen Essen mitnahm somit musste Andreas an den Verpflegungsstationen fast nie anhalten!
Als nach den ersten drei Etappen mal Routine einkehrte spulten sich die folgenden Etappen alle so nach und nach ab. Die Aufregung und Nervosität vor dem Start verflog, der Hintern und die Muskeln haben sich an die Belastung gewöhnt und man hat auch seine Position im Feld gefunden. Allerdings wurde es auf den folgenden Etappen niemals langweilig geschweige denn leicht! So lag die Schwierigkeit von Scoul nach Livigno in den über 70% an Schotterwegen und Singletrails.
Schließlich war die Königsetappe von Livigno nach Ponte Di Legno an Höhenmetern und Kilometern nicht zu toppen. Außerdem waren auch lange und schwere Abfahrten zu bewältigen was so gut wie alle Biker nach so vielen Kilometern an ihre Grenzen brachten. Doch die langen Trainingseinheiten in der Vorbereitung und unsere Zähigkeit wurden an diesem Tag mit Platz 64 in der Tageswertung belohnt!
Die 6. Etappe war zwar Landschaftlich dann wohl die schönste, aber die Strapazen der Königsetappe und Magenprobleme bei Andreas sorgten dafür, dass man den Ausblick nicht so wirklich genießen konnte, dennoch hat sich das Team Bonsai-Bikes auf Platz 77 druchgekämpft!
Die vorletzte Etappe endete bei strömenden Regen was beiden Fahrern sehr gut lag und besonders Andre gefallen hat. Da wir beide lieber Regen als Hitze mögen haben wir gegen Ende dieser Etappe ziemlich aufgedreht und noch viele Teams eingeholt und auch Boden gut gemacht, den wir zuvor an den Bergen verloren hatten!
Den letzten Tagesabschnitt von Madonna di Campiglio nach Riva del Garda starteten die beiden dann gelassen und mit so viel Genuss, wie es bei den 7°C die es am Start noch hatte möglich war. Allerdings schlug die Defekthexe am letzten Tag dann zum ersten mal zu und bescherte Andreas gleich zu Beginn der Etappe einen Plattfuß! Als der Defekt behoben war starteten die Beiden eine Aufholjagd – mussten sich aber am Tagesende mit Platz 93 im Tagesklassement zufrieden geben! Doch diese etwas schlechtere Platzierung war nicht von Bedeutung als die Beiden in Riva druch das Ziel fuhren und die Transalp somit erfolgreich durchgefahren sind. Im Ziel, den Gardasee vor Augen, waren dann alle Schmerzen, Leiden und Zweifel – die man während der einen oder anderen Etappe hatte – vergessen!
Wir beide sprechen auch einen riesen Dank und Anerkennung an unser tolles Begleiterteam aus! Sandra und Emma kümmerten sich toll um uns! Sie lotsten nicht nur das Wohnmobil stets Zielsicher in den nächsten Etappenort sondern haben auch noch Wäsche gewaschen, gekocht und uns auch moralisch unterstützt, aufgebaut und angefeuert!
Das Team Bonsai-Bikes bedankt sich hier auch noch mal bei allen Freunden, Freundinnen und Familienangehörigen die uns stets unterstützt haben, mit uns trainiert haben oder in Gedanken bei uns waren! Desweiteren möchten wir allen Kunden für ihr Verständnis danken, dass sie uns die par Tage Urlaub gegönnt haben!
2010 – Eine Transalp ging zu Ende die wir beide mit Sicherheit nie vergessen werden! Tolle Urlaubstage, ein geniales Erlebnis, fairer und fantastischer Sport und unvergesslichte Tage die ein Chef, seine Familie und sein Arbeiter und auch Freund zusammen mit Höhen und Tiefen erleben durften!







